KI, Daten und Ethik beim forum digital

Home  >>  MESCHMASCH-Artikel  >>  KI, Daten und Ethik beim forum digital

KI, Daten und Ethik beim forum digital

Digitalkabinett, Digitalrat, KI-Enquete-Kommission, Datenethik-Kommission, Innovationsdialog, Ausschuss Digitale Agenda: Das Thema Digitalisierung ist mit allen seinen Facetten – wie der Künstlichen Intelligenz – angekommen in der Politik, im Parlament und bei der Regierung.

Über Datenschutz, Ethik-Regeln und den Sinn von Künstlicher Intelligenz sprachen jetzt Kommissions- und Ausschuss-Vertreter in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.

In verschiedenen Gremien kommen Politiker miteinander und mit externen Experten ins Gespräch zu den Themen Daten und Künstliche Intelligenz: bei der Datenethikkommission der Bundesregierung und der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Potentiale“ des Deutschen Bundestages zum Beispiel. Und natürlich sind bei beiden Kommissionen „die Überschneidungen massiv, da kann man gar nicht trennen“, sagt Professorin Christiane Woopen, Co-Sprecherin der Datenethikkommission. Ziel ihrer Kommission sei es, schon bis nächstes Jahr Grundsätze zu entwickeln und zu „konkreten Regulierungen zu kommen, wie gesellschaftlicher Wohlstand gefördert und gleichzeitig das Individuum geschützt werden können“.

Die ganze Gesellschaft mitnehmen

Dieses Ziel erarbeitet sie mit ihren Kommissionsmitgliedern an ganz konkreten Anwendungsfällen, in denen Daten-, Nutzungs- und Eigentumsrechte einen Rolle spielen: dem digitalen Nachlass, der öffentlichen Überwachung, den Sozialen Medien und Suchmaschinen, aber auch bei der Mensch-Maschine-Zusammenarbeit in der Industrie und beim Zugang zu Daten in der Wertschöpfung. Sie freut sich jedenfalls, dass zwei ihrer Empfehlungen bereits in die KI-Strategie der Bundesregierung aufgenommen wurden: nämlich ethische und rechtliche Grundsätze von Anfang an in die Entwicklung von KI-Systemen einzubauen und zu berücksichtigen, dass die ganze Gesellschaft mitgenommen werden muss, um Vertrauen und Akzeptanz aufzubauen.

„Wir stehen ganz am Anfang des Prozesses“

Susanne Dehmels Enquete-Kommission hat es mit dem Erreichen ihrer Ziele etwas einfacher. Ihre Kollegen haben zwei Jahre Zeit, aber ein nicht minder schwieriges Ziel, nämlich eine Antwort auf die Frage, was wir erreichen wollen, zu finden. Technologie sei schließlich kein Selbstzweck, sondern solle den Wohlstand fördern und den Menschen helfen. „Wir stehen ganz am Anfang des Prozesses“ ein Bild unserer Zukunft zu erzeugen, sagt Dehmel. Ein wenig unter Zeitdruck ist sie trotzdem, stellt sie fest: „Es wird große Umwälzungen geben, vielleicht sogar schneller als frühere Schritte.“

Was die Regulierung betrifft, gelte es sich sowohl mit aktuellen Anwendungsfällen auseinanderzusetzen, aber auch mit zukünftigen, die gerade erst entwickelt werden. Deswegen werden wir „bei unterschiedlichen Datenarten auch unterschiedliche Regeln haben“, führt Tankred Schipanski aus. In sogenannten Experimentierräumen sollen Entwickler zusammen mit Juristen ermitteln, welche Regeln es für konkrete Anwendungen braucht.

Zudem wünscht sich Schipanski ein Europa, das so wie bei der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) internationale Schutzstandards setzt: „Das schwebt uns auch für KI und Ethik vor.“ Denn selbst in China würden die Verantwortliche erkennen, dass „ihre KI-Anwendungen ethische Richtlinien brauchen.“ Und diese müssten sich eben aus den Grund- und Menschenrechten ableiten, so der CDU-Abgeordnete und Obmann im Ausschuss Digitale Agenda im Bundestag.

Video-Mitschnitt:

Teilen und Drucken
Email this to someone
email
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Print this page
Print

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.